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Die Aruba-Klapperschlange - gefährlich und gefährdet


von Rhino
19.08.2011
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Langsam schlängelt dieses giftige Reptil durch die nächtliche Steppe, es ist die Aruba-Klapperschlange (Crotalus durissus unicolor), eine der seltensten Schlangenarten der Welt. Sie kommt nur noch auf der Insel Aruba vor, die eine Fläche von 180 km², an der Küste von Venezuela liegt und politisch zu den Niederlanden gehört. Dort herrscht eine trockene Vegetation, für Klapeprschlangen genau der richtige Lebensraum. Die erdfarbene Aruba-Klapperschlange ist mit einer Länge von nur 80 Zentimeter deutlich kleiner als die meisten Verwandten auf dem Festland, ihr Gift hingegen zählt zu den tödlichsten in der Schlangenwelt! Durch den Biss der Aruba-Klapperschlange können bis zu 40 Milligramm Gift in den Körper gelangen, was zu schweren Körperschäden und einem schnellen Tod führt! Wie alle Klapperschlangen nutzt auch sie das Gift zur Jagd auf ihre Beute, die sich aus kleinen Säugetieren, Eidechsen und Vögeln zusammensetzt. Die Nahrungssuche findet bei ihnen übrigens immer nur nachts statt, denn am Tage ruhen sich die Aruba-Klapperschlangen stets in Erdbauten oder Baumhöhlen aus. Wie ihre Festlandverwandten haben auch sie die charakteristische Hornrassel am Ende des Schwanzes, diese gibt ein klapperndes Geräusch von sich, das sowohl zum Namen der Schlangen geführt hat, als auch als effektives Mittel zur Verschreckung von Feinden, wie z. B. Füchsen gilt. Eine feste Paarungszeit gibt es bei ihnen nicht, so kann es jederzeit im Jahr zur Paarung kommen. Die Weibchen bringen dann nach einer Tragezeit von vier bis sechs Monaten ihre Jungtiere zur Welt, es sind zehn bis zwanzig kleine Schlangen! Das besondere ist aber, das sie nicht erst aus Eiern schlüpfen müssen, sondern direkt lebendig geboren werden! Ja, ein Reptil, das gleichermaßen gefährlich und faszinierend ist, doch durch ein noch weitaus gefährlicheres Lebewesen ist es mittlerweile auch kritisch gefährdet…

Aruba-Klapperschlangen zählen wohl kaum zu den Tieren, die sich in der Nähe von Menschen aufhalten sollten, doch was bleibt ihnen noch anderes übrig? Es existieren wohl nur noch 230 Exemplare, die durch die starke Besiedlung der Menschen kaum noch „wilden“ Lebensraum zur Verfügung haben. Immer häufiger sieht man sie auf Plantagen etc. und es gab auch schon Fälle, in denen Menschen die Schlangen so sehr reizten, dass es zur tödlichen Bissattacke kam. Um den Aruba-Klapperschlangen einen sicheren Lebensraum, jenseits der Landwirtschaft, zu gewähren müsste auf der Insel ein Reservat eingerichtet werden, doch leider sind die Schlangen innerhalb der Insel praktisch für vogelfrei erklärt. Die zuständigen Behörden ziehen den Bau eines Schutzgebiets noch nicht einmal in Betracht und auch an der extremen Bebauung und somit Lebensraumzerstörung soll sich derzeit nichts ändern!

Momentan wird versucht, den Bestand in Gefangenschaft sicher zu halten. Die Art wird in mehreren Zoos, z. B. in Toledo oder Moskau gezüchtet. Doch das alles hat nur Sinn, wenn den Schlangen in freier Wildbahn zumindest ein kleines Stück an sicherem Lebensraum zur Verfügung steht und dafür müsste nun endlich ein Reservat entstehen, denn in eine Tabakplantage kann man eine Klapperschlange wohl kaum auswildern! Ob wir diese schönen Reptilien wirklich noch retten können? Ich hoffe es doch, aber meine Hoffnung ist leider nur sehr schwach…

Dies war ein Beitrag aus der Reihe „CR-Porträts“ 

Text: Rhino (Maxim Podobed)
Bilder: Wikimedia Commons
Infos: Wikipedia.de, Tierdoku.com und Wissen.de

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Kommentare (7)
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24.08.2011
Puma hat geschrieben:
Dass man keine Reservate einrichten will,ist doch wohl die Höhe.Aber es gibt wohl Leute,denen das Geld noch wichtiger ist,als es schon normalerweise der Fall ist (nicht unbedingt bei uns (der Community),aber bei anderen.)
21.08.2011
BlackRoseWitch hat geschrieben:
Danke für den tollen Bericht. Sicher entsteht irgendwann ein tolles Reservat für diese faszinierenden Tiere! =)
20.08.2011
LSternus hat geschrieben:
Erst mal glückwunsch, die ersten 10% deiner CR- Porträts hast du geschaft ! :) Ich hoffe dass möglichst bald ein Schutzgebiet für diese wundervollen Schlangen eingerichtet wird. Ich kann nicht wirklich verstehen warum die Menschen in Europa sich vor Schlangen ekeln oder sogar in Panik geraten, sobald einer erzählt er habe in der Nähe welche gesehen. Wenn man einige Dinge beherzigt lassen sich Unfälle leicht vermeiden.
19.08.2011
Rhino hat geschrieben:
eagle: Danke :) Genau das versuche ich ja durch CR-Porträts zu verhindern ;)
19.08.2011
FabianN hat geschrieben:
Super Bericht ;) Danke für die Präsentation eines Tieres, das ich bis heute noch nicht kannte. Immer wieder schockiert es mich, wie viele Tierarten auf unserem Planeten vom Asussterben bedroht sind oder schon ausgestorben sind, die ich nicht kenne oder nie kennen lernen werde, da sie in Vergessenheit geraten werden ;)
Danke ;)
19.08.2011
Lars0220 hat geschrieben:
Guter Bericht :). Ich hoffe auch das so schnell wie möglich ein Reservat gebaut wird.
19.08.2011
Franzi hat geschrieben:
Wiedermal ein toller Bericht, danke! :)
Auch wenn die Zukunft der Aruba-Klapperschlange nicht so rosig aussieht, hoffe ich, dass so schnell wie möglich ein Schutzgebiet entsteht! :)
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