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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Die Ägyptische Landschildkröte – ein bedrohter Wüstenbewohner


von Rhino
23.06.2011
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Vorsichtig streift sie durch den heißen Wüstensand der Sahara - die Ägyptische Landschildkröte (Testudo kleinmanni). Mit nur etwa zehn Zentimeter Länge gehört sie zu den kleinsten Landschildkröten, und auch zu den seltensten. Ihr Verbreitungsgebiet liegt in Nordafrika, genauer gesagt in Libyen, Ägypten und Israel. Mit ihrem sandfarbenen Panzer sind die einzelgängerischen Ägyptischen Landschildkröten perfekt an das Leben in der Wüste angepasst. Sie sind den ganzen Tag, wenn die heiße Sonne scheint, aktiv und gehen auf Nahrungssuche. Dabei werden Gräser, Kräuter, Blätter und Blüten verzehrt, außerdem kommen, wie es bei mediterranen Landschildkröten üblich ist, noch Eierschalen und Schneckenhäuser zur Deckung des Kalziumbedarfs hinzu. Doch im Hochsommer wird es selbst für die härtesten Wüstenwanderer zu heiß, deshalb halten Ägyptische Landschildkröten in einem Zeitraum von Juni bis August eine so genannte Sommerruhe. Dabei graben sich die Panzertiere an einer geschützten und leicht feuchten Stelle ein. Dieses Phänomen ist in der Reptilienwelt nicht allzu häufig. Doch die Ägyptischen Landschildkröten haben noch eine ganz andere Besonderheit, sie kommen nämlich dem Klischee der lahmen Schildkröte so gar nicht nach, im Gegenteil: Auf der Suche nach Nahrung „rennen“ Ägyptische Landschildkröten förmlich durch die Wüste, dabei sind Männchen noch um einiges bewegungsfreudiger als Weibchen. Doch so richtig aktiv, werden die Männchen am Ende des Jahres, denn dann ist bei den Ägyptischen Landschildkröten Paarungszeit und die Schildkröten-Machos versuchen die Weibchen durch ständiges Anstupsen auf sich aufmerksam zu machen. Sollte das Weibchen für die Fortpflanzung bereit sein, dann bleibt es ruhig stehen und es kommt zur Paarung. Später, im Frühjahr des folgenden Jahres, graben die Weibchen Gruben, in die sie dann ihre Eier legen. Diese werden dann etwa drei Monate lang von der Sonne bebrütet, dann schlüpfen die Jungen. Sie bleiben noch etwa eine Woche vergraben in der Grube, dann kommen sie raus ans Licht. Wie es bei Schildkröten üblich ist, sind die kleinen schon nach kürzester Zeit selbstständig und kommen allein in der Wüste zurecht. In der Regel werden Ägyptische Landschildkröten in freier Wildbahn 30 Jahre alt, doch leider erreichen heute längst nicht mehr alle wilden Exemplare ein solches Alter…

Es gibt in freier Wildbahn wahrscheinlich nur noch 1.000 Ägyptische Landschildkröten. Für die extreme Bedrohung dieser Reptilien gibt es zwei Gründe: Zum einen fressen Weidetiere, vor allem Ziegen, ihnen die Pflanzen weg, und die sind in einem so trockenen Klima auch nur schwer zu finden, zum anderen werden die Schildkröten oft eingefangen und auf Märkten verkauft, obwohl der Handel mit ihnen mittlerweile streng verboten ist und mit schweren Geld- oder Haftstrafen geahndet wird.

Um die Ägyptische Landschildkröte vor dem Aussterben zu bewahren, sollte man meiner Ansicht nach geschützte Zonen (Reservate) mit ausreichend Bepflanzung einrichten, die für Huftiere und Menschen nicht zugänglich sind. Nur so kann man verhindern, das diese faszinierende Schildkrötenart aus der Sahara-Wüste verschwindet.

Dies war ein Beitrag aus der Reihe „CR-Porträts“ 

Text: Rhino (Maxim Podobed)
Bilder: Wikimedia Commons
Infos: Wikipedia.de und Tierdoku.com

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Kommentare (9)
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24.06.2011
Rhino hat geschrieben:
Alexbeppo: Danke, das habe ich mich auch gefragt, leider ist mir nichts eingefallen :(
24.06.2011
Alexbeppo hat geschrieben:
Toller Bericht, freu mich schon sehr auf viele weitere! Gibt es etwas, was man als Einzelperson tun kan? Wuerd mich mal interessieren...
24.06.2011
Rhino hat geschrieben:
Puma: Danke, ich bin auf urheberrechtlich nicht geschützte Bilder angewiesen und die gibts eigentlich nur bei Wikimedia Commons und da gabs halt nur ein brauchbares ;)
24.06.2011
Puma hat geschrieben:
Ich habe von dieser Schildkröte noch nie was gehört.Du hättest vielleicht noch ein paar mehr Bilder reinbringen können.Aber sonst war es klasse.
24.06.2011
LaLoba hat geschrieben:
Guter Bericht! Diese Schildkröten sind echt interessant. Von denen hatte ich aber auch noch nie was gehört ;-) Dank dir bin ich jetzt aber voll informiert!
24.06.2011
Lars0220 hat geschrieben:
Sehr guter Bericht von dem Tier hab ich auch noch nichts gehört, mach weiter so.
23.06.2011
Rhino hat geschrieben:
anni95: Danke, das mit der Länge war bedacht, ich kann aber nicht versprechen, das ich alle Berichte so knapp und knackig kriege :D
23.06.2011
anni95 hat geschrieben:
Interessantes Tier... Um ehrlich zu sein: davon hatte ich noch nie gehört. Hoffe, die nächsten 69 Berichte werden genauso cool.
Übrigens Lob für die Länge- zwar ein wichtiges und durchaus in die Länge ziehbares Thema, aber kurz und knacking auf den Punkt gebracht. Ich muss nämlich zugeben, dass mich die Länge mancher Berichte hier abschreckt, wenn ich die Startseite durchgehe... Und dabei will ich doch so viel wie möglich lesen. Also- weiter so! :)
23.06.2011
Rotmilan hat geschrieben:
schützt sie alle die seltenden schildkrötis bitteee
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