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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Der Staat schützt die Tiere!


von Lautlos
23.02.2013
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Aus dem Grundgesetz: (Allgemeingültig)
Verbot, "einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden“ zuzufügen.

Geändertes Grundgesetz zum 01.08.2002: (wohlgemerkt nach 2 Jahren Widerstand von der Union endlich durchgesetzt)
"Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmässigen Ordnung durch die Gesetzgebung..."

Allgemeines Tierschutzgesetz aus der Verantwortung "des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen."

Aber schützt der Staat wirklich?
Ein aktuelles Beispiel ist der Unfall auf der A99, ganz bei mir in der Nähe. Ein LKW, beladen mit 700 Ferkeln, kam von der Fahrbahn ab und kippte um. Die Tiere waren auf dem Weg nach Italien, um dort gemästet und geschlachtet zu werden. Dazu kam es jedoch nicht mehr, da eine TIERÄRZTIN die Notschlachtung ALLER Tiere anordnete. Begründung: Durch das freigesetzte Stresshormon sei das Fleisch ungenießbar. 700 kleine Herzen tot und weggeworfen wie Müll.

Es stellen sich dem gesunden Menschenverstand etliche Fragen:
Die Mastzeit eines Schweines beträgt 5 Monate. Das Stresshormon Adrenalin wird schnell wieder abgebaut, Cortisol braucht 2 bis 6 Tage in ruhiger Umgebung, doppelt so lange bei anhaltender Stresssituation.
1. Wäre es also wirklich notwendig gewesen, die Tiere zu schlachten?
2. Sind die Tiere nicht sowieso einer ständigen Belastung ausgesetzt, getrennt von ihren Muttertieren auf einer lauten, engen, anstrengenden Fahrt, ohne die Möglichkeit sich hinzulegen, zu trinken, zu fressen oder sich zu erholen?
3. Ist es den ÜBERHAUPT notwendig, aufwendige, umweltverschmutzende Transporte nach Italien durchzuführen, wo es in Deutschland doch genauso viele Mastbetriebe gibt?
4. Welche Qualität hat das Fleisch denn überhaupt, wenn es in 5 Monaten zur dreifachen bis fünffachen Größe aufgepumpt wird?
5. Seht euch Schlachttransporte an. Der pure Stress für Tiere, Angsthormone, Stresshormone etc., und danach keine Zeit mehr, zu fressen, sondern gleich der Tod. Was ist mit denen? Müsste dieses Fleisch nicht auch entsorgt werden, weil es ungenießbar ist?

Und die alles entscheidene Frage: Ist das denn überhaupt nötig? Ist das denn überhaupt moralisch nach eigenem Verstand und Gesetzlage vertretbar?

Die westliche Welt ist eine Welt voller Doppelmoral, in deren Gedächtnis nur das haften bleibt, an das man sich erinnern will. Während wir uns über Pferdefleisch und gestresste Ferkel aufregen, gutes Essen wegwerfen und alles nach Verfallsdatum entsorgen, Müll ohne Ende mit gekauften Fertiggerichten oder der Breze beim Bäcker für ein schnelles Mittagessen produzieren, stirbt anderswo die Welt.

Das sind die Gesichter, auf die unsere Konsumgesellschaft ihren Reichtum baut. Nach dort unten verschiffen große Firmen teilweise bereits vergammelte Schlachtabfälle, weil sich der gemeine Deutsche zu fein für einen Suppenknochen oder Innereien ist. Dort unten wird das alles billig weiterverkauft, eingeborene Bauern werden arbeitslos durch diese Überschwemmung von Nahrungsmitteln aus der westlichen Welt. Und wenn sie keine Lebensgrundlage mehr haben, wird ihnen ihr Land für Gensoja, Mais und Raps genommen, Futtermittel für unsere 700 toten Ferkelchen. Die Folge: Ihre Kinder müssen sterben, damit wir Essen weiterhin verschwenden können.
Und was macht der Staat? Hübsche Gesetze. Denn ohne den Willen der breiten Bevölkerung kann nicht einmal unsere zugegeben unfähige Regierung etwas gegen die derzeitige Situation tun. Also geht in euch. Verschmähe ich das Pferdefleisch, weil ich mich so schrecklich darüber aufregen muss, dass mir die Packung nicht verraten hat, was drin ist? Wo ist der Unterschied zwischen Pferd, Kuh, Katze, Hase, Hund, Huhn? Das die einen vielleicht süßer aussehen?
Auch Kühe können Freundschaften fürs Leben untereinander schließen. Küken kommunzieren bereits von Ei zu Ei und durch die Schale mit ihrer Mutter. Das sind alles Lebewesen, und wenn wir das eine essen können, dann auch das andere. Es ist bereits erwiesen, dass das verwendete Pferdefleisch keinerlei gesundheitliche Schäden für den Mensch hat. Also WARUM WIRD ES WEGGEWORFEN während ANDERE VERHUNGERN MÜSSEN?

Seht euch das Kälbchen oben an. Das war das letzte Kälbchen, dass bei uns im Stall 2008 geboren wurde. Wir mussten es zusammen mit allen anderen verkaufen, weil die Mastbetriebe die heimischen Bauern verdrängen, und damit auch die Chance dieses Kälbchens auf ein langes Leben mit Wiesen, Almsommern und den Spätherbstäpfeln, die wir ihnen gerne zu fressen gegeben haben und die alle Kühe lieben, weil sie so süß und klein und saftig sind.
Ich sage es nochmal: Geht in euch. Was esse ich? Und was esse ich nicht?
Und warum esse ich es nicht?

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Kommentare (8)
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28.02.2013
Cosima hat geschrieben:
Danke für den Artikel. Die gleichen Fragen habe ich mir bereits auch gestellt und mich sehr darüber aufgeregt, wie ungerecht das alles ist. Schrecklich wie man einfach so 700 Ferkel töten kann, ohne berechtigten Grund!!!

Wie schon erwähnt wurde, glaube ich auch dass Deutschland zumindest nicht eines der negativ Beispiele in Sachen Tierschutz ist. Doch es gibt auch noch einiges an Luft nach oben!!
Aber wie du schön in deinem Bericht geschildert hast, hängt unsere verschwenderische Lebensweise natürlich mit der ganzen Welt zusammen. Unser Lebenstil baut großteils auf die Ausbeutung anderer Länder. Moralisch ist das auf keinen Fall vertretbar!
26.02.2013
midori hat geschrieben:
Die wahre Ironie kommt ja noch... Tierschutz ist im Grundgesetz nämlich sogar als Staatsziel verankert!

Klar, Deutschland hat wahrscheinlich eine der höchsten Tierschutzanforderungen überhaupt. Aber das ist trotzdem noch sehr viel Platz nach oben und man sollte sich nicht darauf ausruhen, dass es anderswo schlimmer aussieht.

@Lautlos
Danke für den sehr anregenden Artikel! :o)
24.02.2013
LSternus hat geschrieben:
Guter Artikel,
der eigentliche Harken an der Pferdefleischsache ist ja dass Rindfleisch drauf stand.
Aber sonst ist es richtig, dass unsere Gesellschaft voller Doppelmoral ist. Wir regen uns auf, ekeln uns kurz und konzentrieren uns dann wieder darauf wie unglaublich billig Tiefkühllasangen sind.
24.02.2013
Lautlos hat geschrieben:
Vielen Dank euch allen für eure Rückmeldung.
@Zerschmetterling:
Nein, das wollte ich auch gar nicht verallgemeinern, den Satz hätte ich konkreter formulieren sollen: Ich finde, der Staat steckt in Sachen Tierschutz noch in den Kinderschuhen. Wobei ich auch dazu geschrieben habe, dass er natürlich wenig ändern kann, wenn die breite Masse nicht mithilft.

@Elephant: Vor ein paar Jahren hätte ich mir auch nie vorstellen können, Pferd zu essen. Einfach, weil man Pferden unterbewusst mehr Persönlichkeit zurechnet, als einer Kuh, und das Tier damit vermenschlicht. Ich habe mir aber mal ganz bewusst gemacht, dass auch eine Kuh eine starke Persönlichkeit, Gefühle und Bewusstsein hat. Wie kann ich also mit gutem Gewissen das eine essen und das andere auf ein Podest erheben?

lg Lisa
23.02.2013
Zerschmetterling hat geschrieben:
Ein wirklich guter Bericht, finde ich!
Das Bild der Kinder ist echt schockierend! Und es stimmt: Es ist schon merkwürdig, dass wir in riesen Mengen Geld spenden um Afrikas Familien zu helfen, und an anderer Stelle, ohne nachzudenken, denen ihr Leben um einiges erschweren. Es gibt also mehrere Gründe, die Finger von Massentiehaltung zu lassen!

Ich weiß aber nicht, ob man eine Regierung als generell unfähig bezeichnen kann, nur weil es noch Bereiche gibt, die sie zu verbessern haben. Immerhin hat die jetztige Regierung einiges für die Bürger getan (Wehrpflicht abgeschafft, Renten erhöht, Steuern gesengt, den Lohn für Aushilfen auf 450 Euro angeschraubt, Kindern aus Harz4-Familien ihr eigens verdientes Geld zugesprochen, statt es weiterhin in die Rechnung miteinzubeziehen, Praxisgebühr abgeschafft ...). Es stimmt aber, für Tiere und deren Wohlstand wurden keine Verbesserungen gefunden.

LG :))
23.02.2013
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
gelöscht
23.02.2013
Niiura hat geschrieben:
Mit deinem Bericht hast du gleich mehrere echt wichtige Themen angesprochen. Eigentlich so offensichtliche Probleme, aber sehen tut sie scheibar trotzdem keiner.
Und das mit den Ferkeln ist voll traurig...aber andernseits wurde ihnen so wahrscheinlich ein noch viel qualvolleres "Leben" erspart.
23.02.2013
Westernpferdle hat geschrieben:
Toller Bericht!
Regt zum Nachdenken an...
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