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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Der Kampf ums Uran


von FloRyan
24.05.2010
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Auf der Website des Energieversorgers RWE heißt es:

"Gut ein Viertel der deutschen Stromproduktion übernehmen heute Kernkraftwerke – und das nahezu CO2-frei.(...) Gerade mit Blick auf den Klimaschutz ist die Kernkraft daher eine attraktive Zukunftsoption, die wir nutzen sollten.

Weitere Vorteile: Der Brennstoff Uran wird noch mehrere hundert Jahre in ausreichendem Maße verfügbar sein. Die Nutzung der Kernkraft ist auch wirtschaftlich sinnvoll: Die Kosten für den Brennstoff sind gering.(...)"

Dass dieses Zitat eine recht einseitige, positive Sichtweise der Nuklearenergie wiederspiegelt, dürfte schnell einleuchten. Das Problem der Umweltverträglichkeit stellt auch nicht der CO2-Ausstoß der Kernkraftwerke dar; vielmehr ist die Förderung der Brennstoffe das eigentliche Manko.

Laut der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe reichen die bisher bekannten Uranreserven noch ca. 120 Jahre. Also können die Energieversorger nochmal tief durchatmen, denn ein Versorgungsengpass herrscht ja demzufolge noch nicht - oder etwa doch?

Wenn man den Aussagen einiger Experten glaubt, müssen RWE, E.ON und Co. schon in 10 Jahren um die Versorgungssituation bangen, denn derzeit fördern die Uranminen nur ca. zwei Drittel des mondialen Jahresbedarfs. Das andere Drittel wird aus den Vorräten der Minen aus Überproduktionszeiten und aus der Abrüstung Nuklearer Sprengköpfe gewonnen. Letztere Quellen dürften jedoch in den nächsten Jahren austrocknen.

Der heutige Uranbedarf liegt laut Schätzungen  der Internationalen Atomenergieorganisation bei 65.000 Tonnen im Jahr. Man vermutet, dass er bis 2030 auf min. 93.000 Tonnen steigen wird. Bis eine neue Mine Uran liefert vergehen ca. 10 - 20 Jahre. Ob sich ein Abbau lohnt, hängt in erster Linie vom Uranpreis ab: Je hoher der Preis, desto attraktiver die Förderung von geringer konzentriertem Uran.

Je nach Kraftwerk lassen sich aus einem Kilo Uran ca. 40.000 kW/h herausholen - genug um den jährlichen Strombedarf von zehn 3-köpfigen Familien in Deutschland zu decken. 40% der Urans werden im Tagebau gewonnen, weitere 40% unter Tage und 20% durch den sog. Lösungsbergbau.

Beim Lösungsbergbau werden an den Lagerstätten Bohrlöcher in den Boden getrieben, in die säure-/basehaltiges Wasser geleitet wird. Dieses Wasser wird aus einem anderen Bohrloch wieder abgesaugt und wäscht dabei das Uran aus dem Gestein heraus. Man kann aber nicht genau kontrollieren, ob das uranhaltige Wasser aus der Lagerstätte herausfließt, bzw. ob die Säure jemals wieder ganz abgepumpt werden kann.

Uran schlummert jedoch auch in den Weltmeeren. Unermessliche 4 Milliarden Tonnen sind dort vorhanden. Japanischen Forschern ist es gelungen mittels speziell imprägnierter Matten Uran aus dem Meer zu gewinnen. Diese Methode ist aber bei einem derzeitigen Marktpreis von ca. 100 US-$ schlichtweg zu teuer.

So werden wohl auch weiterhin viele Liter Schwefel- oder Salpetersäure ins Erdreich gepumpt, damit wir unseren Energiehunger stillen können...

 

Quellen:

- Die Rheinpfalz am Sonntag (23.05.2010) S. 17

- http://www.rwe.com/web/cms/de/328880/rwe/innovationen/kraftwerkstechnik/

 

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Kommentare (7)
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25.05.2010
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Naja, aber ich sehe in Kernkraft nicht das kleinere Übel, wie MJ1499 meint...auch wenn es nur als Übergang benutzt wird, es entsteht ja trotzdem Müll, der irgendwo "sicher" verbuddelt wird...aber was auf unserer bewegten Erde ist schon sicher...außerdem hält er eine Ewigkeit...das Zeug verottet ja nicht sondern kann Jahrtausende vor sich hinstrahlen. Man sollte es nicht mit Kohlekraftwerken vergleichen. Ich finde beides übel.
25.05.2010
midori hat geschrieben:
Was mich auch generell stört, sind die Umweltschützer bei diesem Thema. Mit Eifer wettern sie alle gegen die Atomkraftwerke und gegen Kernenergie. Sobald Windräder aufgestellt werden, schimpfen sie, weil Vögel und andere Tiere daran Schaden nehmen könnten. Man kann aber nur entweder oder haben. Dass diese Menschen das nicht begreifen.. T_T
24.05.2010
MJ1499 hat geschrieben:
Also allgemein bin ich niht von der kernenergie überzeugt, aber was wir uns meiner Meinung nach Fragen müssen, ist, wo wir das geringere Übel sehen...Ist das geringere Über die Kernkraft oder ein Kohlekraftwerk??? Solange diese frage nicht geklärt ist, können wir gar nichts beantworten und ich denke(nach meinem momentanen kenntnisstand gibt es bei kernklraft die MÖGLICHKEIT, dass alles schief geht und dann ist das Geschrei(wenn wir dann noch schreien können??)groß, bei kohelkraftwerken IST SICHER, dass etwas negatives passiert, was auch das Leben auf der Erde auslöschen könnte...wo ist also das größere problem??? Das ist für mich momentan in der Kohleenergie, SOLANGE die Kernkraft nur als KURZZEITIGE Brückenenergie benutzt wird...solange es aber zu mehr als diesem wird(wonach es im Moment aussieht)dann bin ich gegen kernkraft...
24.05.2010
Foster hat geschrieben:
ich hab mal RWE geschrieben und auch kernenergie erwähnt, hier ein teil ihrer antwort :
"Auch die deutschen Kernkraftwerke produzieren CO2-armen Strom und können flexibel gefahren werden. Im Falle der Rücknahme der Laufzeitverkürzung kann die Kernenergie zusammen mit den Erneuerbaren in 2030 rund 65% CO2- arme Stromerzeugung liefern. Geht der Ausbau der erneuerbaren energien so wie prognostiziert weiter, wären es ohne die Kernenergie nur 40%"

rwe will kernenergie und ich denke dass sie keine kosten und mühen scheuen werden, damit ihre kernkraftwerke laufen.
24.05.2010
nera8 hat geschrieben:
Ich kann Gluehwuermchen nur zustimmen. Wenn erstmal etwas passiert, regen sich alle auf. Aber bis dahin ist alles gar nicht so schlimm. Außer natürlich es geht um die Frage wohin möglicherweise entstandener Müll hinkommt. Den will man dann am liebsten auf den Mond schießen.
24.05.2010
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Vieeel zu riskant!!!! Was haben wir von Co2-frei, wenn es so viel gefährlichen Müll hinterlässt, von dem keiner weiß wohin damit...ganz zu schweigen von dem Risiko dass man eingeht, ich meine, wenn mal was passiert, dann ist das Geschrei groß, aber da will ja keiner dran glauben...genauso wie bei der Ölplattform...da wiegten sich doch auch alle in Sicherheit: Und was haben wir jetzt? Eine Katastrophe!
24.05.2010
FloRyan hat geschrieben:
Mich würde interessieren, was ihr über Kernkraft denkt. Gerade auch im Hinblick auf Kernenergie als "nahezu CO2-freie Alternative" und auf die Lösungsbergbaumethode bzw. die japanische Methode.

Beste Grüße
FloRyan
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