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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Der Club der letzten Herzschläge


von Marcel
03.03.2011
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Sie gehören wohl zu der dramatischsten Gemeinschaft auf unserem Planeten: Die Arten, die zwar noch existieren, aber ganz sicher bald verschwinden werden. Man könnte sie den "Club der letzten Herzschläge" nennen. Heute, am "Tag des internationalen Artenschutzes", warnt der WWF davor, dass wir das Artensterben nicht in den Griff kriegen, sollten wir weitermachen wie bisher. Klimawandel, Wilderei und Lebensraumzerstörung radieren eine Art nach der anderen aus.

Insgesamt befinden sich 3.559 Tier- und Pflanzenarten in der höchsten Bedrohungskategorie der „Roten Liste“. Amur-Leopard, Spitzmaulnashorn oder Beluga-Stör stehen demnach kurz vor dem Aussterben. Für 791 Arten, die auf der Roten Liste erfasst sind, kommt sogar jede Hilfe zu spät. Sie sind wahrscheinlich für immer von der Erde verschwunden. Auf dieser „Todesliste“ finden sich unter anderem der australische Magenbrüterfrosch, der Java-Tiger und das Kouprey-Wildrind. Der Club der letzten Herzschläge - wir werden seine Mitglieder bald nur noch in Büchern sehen können.

Die Dunkelziffer der bedrohten Arten dürfte unterdessen wesentlich höher liegen, da viele Arten aussterben, bevor sie überhaupt entdeckt und in Büchern abgedruckt werden. So sind von den schätzungsweise weit über eine Millionen Tierarten auf der Erde gerade einmal knapp 43.000 in der Roten Liste erfasst. Die Hauptgründe für den weltweiten Artenschwund sind nach WWF-Einschätzung hauptsächlich vom Menschen verursacht: Klimawandel, Raubbau, Wilderei und Lebensraumzerstörung.

"Artensterben ist grundsätzlich ein natürliches Phänomen, das es schon immer gegeben hat", erklärt Volker Homes, Artenschutzexperte beim WWF Deutschland. "Doch die Aussterberate ist heutzutage durch den Einfluss des Menschen bis zu zehntausendmal höher als unter natürlichen Bedingungen.“ Der WWF fordert daher einen globalen Schutzschirm für bedrohte Arten. Ein weltweites Maßnahmenpaket sei die einzige Chance, um das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier überhaupt noch aufhalten zu können.

Warum aber sollten wir eigentlich ein Interesse daran haben, dass so viele Arten wie möglich auf der Erde existieren? Der australische Magenbrüterfrosch zeigt und das an seinem eigenen Beispiel: Wir sollten alleine schon aus purem Egoismus die Artenvielfalt erhalten! Die Besonderheit dieser Frösche lag in ihrer einzigartigen Brutpflege: Das Weibchen brütete die Kaulquappen im Magen aus. Das gelang mit Hilfe eines Sekrets, welches die Zersetzung der Nachkommen durch Magensäure und Enzyme verhinderte. Erste Untersuchungen nährten die Hoffnung, mit Hilfe des Frosches ein neues Medikament gegen Magengeschwüre finden zu können. Doch bereits kurz nach dieser Entdeckung verschwand die Froschart. Solche Beispiele gibt es unzählige - auch im Pflanzenreich. Die Wälder der Welt sind die reinste Apotheke, doch ihr Potenziel wird nicht genutzt oder zu spät erkannt. Ein Film des WWF zeigt auf beeindruckende Weise, wie alles Leben in der Welt zusammenhängt. Je weniger Knotenpunkte im Netz, desto instablier das ganze Gebilde:

Der Tag des Artenschutzes ist im Jahr 1973 im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens eingeführt worden und findet jährlich am 3. März statt. Durch das Abkommen sollen bedrohte wildlebende Tier- und Pflanzenarten geschützt werden. Die Zahlen sehen düster aus...

 

...aber es gibt aus den vergangenen Jahren auch Erfolgsmeldungen! So sind die Bestände von Amurtiger, Berggorilla, Goldlöwenäffchen oder Buckelwal dank engagierter Schutzmaßnahmen in einem besseren Zustand als in der Vergangenheit. Nicht alle bedrohten Arten müssen also in den Club der letzten Herzschläge - wir können sie für eine bessere Zukunft retten!

 

 

Bilder: Amur-Leopard © David Lawson / WWF-UK; Spitzmaulnashorn © Martin Harvey / WWF-Canon; Buckelwal © Cat Holloway / WWF-Canon; Goldlöwenäffchen © David Lawson / WWF-UK.

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Kommentare (7)
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05.03.2011
UnsereGeneration hat geschrieben:
Sehr traurig, dass wir den Prozess des Artensterbens so verschlimmern.
Ich finde auch die Frage gut, was uns das Retten der Arten bringt. Und ich finde du hast eine tolle Antwort gefunden.
Wir sind noch so wenig voran geschritten in Beobachtungen der Tierwelt. Eigentlich wissen wir gar nichts.

Unsere Generation
03.03.2011
GreenTree hat geschrieben:
oh o.O des hört sich mal gar nicht gut an....schlimm wie weit es gekommen ist :(
das zitat von Gandhi is sehr treffend ein tolles Zitat :)
03.03.2011
Carphunter hat geschrieben:
das tut mir echt in der seele weh :(
hoffe, wir können win bissjen helfen...
03.03.2011
Blue hat geschrieben:
ich finde es unmöglich das es überhaupt so weit kommen konnte.Ich hoffe das wir was ausrichten können um die Tierarten am leben erhalten zu können!!!
03.03.2011
Stoffie hat geschrieben:
3559 sind würde ich mal sagen 3559 arten zu viele die vom aussterben bedroht sind....
ich bin froh dass ich bei der wwf jugend bin und damit dazu beizutragen dass wir das ändern können!
das video ist voll schön und verdeutlicht das total!
03.03.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
3.559..:I
03.03.2011
midori hat geschrieben:
Da blutet einem ja schon das Herz :/
Hoffen wir, dass wir wenigstens ein bisschen dazu beitragen können, um diese Arten zu erhalten! :o)
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