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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Der Amsterdam-Albatros - ein bedrohter Meeressegler


von Rhino
12.07.2011
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Langsam gleiten die großen Vögel an der felsigen Küste entlang, es sind Amsterdam-Albatrosse (Diomedea amsterdamensis) und die Spannweite dieser Vögel ist mit etwa 3,5 Metern beachtlich. Kaum ein anderer gefiederter Verwandter kommt auf diese Länge. Aber auch die Färbung des Gefieders ist bei dieser Albatrosart sehr markant. Die Oberseite weist eine braune Färbung auf, während die Unterseite und das Gesicht weiß gefärbt sind, den Schnabel hingegen zeichnet eine auffallende rosane Färbung. Doch der Amsterdam-Albatros zählt mittlerweile auch zu den seltensten Vogelarten der Erde, er kommt nur noch auf der Amsterdam-Insel vor, die im Süden des indischen Ozeans liegt und politisch zu Frankreich gehört. Aufgrund ihres tagaktiven Lebensstils kann man die großen Vögel nur bei Helligkeit auf Nahrungssuche beobachten. Dabei gleiten sie über dem Wasser und tauchen kontinuierlich ein, um Fische, aber auch Weichtiere, Krebstiere und Kopffüßer, zu fangen. Sie tauchen allerdings nie wirklich tief, sondern begnügen sich mit dem Futter, das knapp unter der Wasseroberfläche zu finden ist. Mittlerweile weiß man aber, dass die Albatrosse auch durchaus in der Lage sind Tiefen von immerhin sieben Metern tauchend zu erreichen. Bemerkenswert ist auch das Paarungsverhalten der Amsterdam-Albatrosse, denn die Paare bleiben sich bei dieser Art ein Leben lang treu, auch wenn sie nur alle zwei Jahre brüten. Es wird stets nur ein Ei gelegt, welches dann etwa zwei Monate lang von beiden Elternteilen bebrütet und betreut wird. Wenn das Küken dann schlüpft, ist es noch extrem unbeholfen und muss weiterhin von den Eltern beschützt und ernährt werden. Nach vier Monaten dann, kann es fliegen und wird selbstständig. Es sucht sich schließlich die Gesellschaft einer Gruppe (Amsterdam-Albatrosse sind für ihr friedliches Sozialverhalten bekannt) und findet selbst einen Partner fürs Leben. Eine erlebnisreiche Zeit mit langen Flügen (bis zu ca. 2.200 Kilometer können diese Vögel zurücklegen) steht den kleinen Albatrossen bevor, doch durch den menschlichen Einfluss ist ein unbeschadetes Leben für  diese majestätischen Küstenvögel immer schwieriger ...

Mehrere Faktoren führten zu dem extremen Rückgang der Albatros-Population. Zum einen ist die Population durch das kleine Verbreitungsgebiet auf der Amsterdam-Insel ohnehin nicht sonderlich groß, zum anderen ist es für die Art nur sehr schwer, sich weiter zu verbreiten, da in zwei Jahren nur ein Albatrosjunges zur Welt kommt. Auch Eingriffe wilder Rinder auf die Gelege und Ruheplätze der Vögel, sowie Krankheiten trugen zur Bedrohung der Amsterdam-Albatrosse bei.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht, denn die Schutzmaßnahmen die mittlerweile ergriffen wurden, sind vorbildlich. So wurde z. B. ein Teil der Amsterdam-Insel eingegrenzt und umzäunt, um den Vögeln dort einen sicheren Ort zum Brüten zu geben. Auch der Bestand der Rinder wurde mittlerweile reduziert. Zudem werden die Vögel heute streng überwacht. Dieses Jahr soll dann ein weiteres Schutzprojekt starten. Es soll eine strengere Überwachung der Schiffe in Inselnähe beinhalten, da man annimmt, dass viele Albatrosse auch in Fischernetzten verenden. Auch eine genaue Untersuchung der Krankheiten, an denen viele Vögel verendet sind, ist vorgesehen, denn nur dadurch kann man herausfinden, wie man diese bekämpfen kann. Schade, dass solche tollen Maßnahmen nur so wenigen kritisch gefährdeten Arten zu Gute kommen…

Nachtrag:
Im nächsten Bericht wird es um eine eher bekannte Art gehen. Mich freut sehr, dass das Thema „Bedrohung von Madagaskar“ hier so ernst genommen wurde. Es wird noch viele weitere Artikel geben, die sich mit kritisch gefährdeten Arten Madagaskars beschäftigen, doch bis der nächste kommt, das könnte noch dauern. Ob weitere Spezialartikel zu bedrohten Lebensräumen kommen werden, wird sich noch zeigen. Ich schreibe auf jeden Fall weiter und freue mich total über Kommentare.

Dies war ein Beitrag aus der Reihe „CR-Porträts“ 

Text: Rhino (Maxim Podobed)
Bilder: Wikimedia Commons
Infos: Tierdoku.com

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Kommentare (7)
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15.07.2011
LSternus hat geschrieben:
Danke Rhino! Bei stegender Zahl der Vögel wird vielleicht wirklich bald ein neues Schutzgebiet gebraucht. Übrigens müsste es möglich sein Amsterdam - Albatrosse in Zoos zu halten, schließlich gelingt das auch mit Anden - Kondoren und die sind sogar noch ein Stück größer.
13.07.2011
Rhino hat geschrieben:
Puma: er wird auch manchmal Amsterdaminsel-Albatros genannt, aber der Name Amsterdam-Albnatros hat sich 1. eher durchgesetzt und ist 2. nicht so vielsagend ;)
13.07.2011
Puma hat geschrieben:
Wieso heißt der Vogel Amsterdam-Albatros,wenn die Albatros Insel doch zu Frankreich gehört?Amsterdam ist doch nicht in Frankreich,oder irre ich mich da.Aber guter Bericht!!Ich freu mich schon auf die nächsten!!!
13.07.2011
Rhino hat geschrieben:
LSternus: danke, es gibt noch etwa 130 Albatrosse (Bestand steigend). In Zoos gibts die nicht, denn wie will man so einen Vogel halten ^^
13.07.2011
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
gelöscht
13.07.2011
LSternus hat geschrieben:
Toller Bericht. Danke. Mich würde es interessieren wie viele Amsterdam - Albatrosse es noch ungefähr gibt und ,wenn ja, wie viele davon in Zoos leben. Dann könnte man ein weiteres Schutzgebiet, vielleicht sogar auf einer anderen Insel, einrichten. (Die Zahl der Vögel wird gebraucht um die Größe des Schutzgebietes zu ermittel) Das wäre super. Lass bald wieder in einem Bericht von dir hören ;) . Mach weiter so:).
13.07.2011
JohannesB hat geschrieben:
Vielen Dank für den Bericht! :) Ich finde es richtig toll, auch mal von Arten zu lesen, die man noch nie zuvor gehört hat. Weiter so! Ich bin schon gespannt, welche Arten Du uns noch so vorstellen wirst ;)
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