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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Der Alaotra-Bambuslemur – ein friedlicher Geist im Schilf


von Rhino
27.06.2011
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Der Alaotra-See im Osten der Insel Madagaskar: seine mit Schilf bewachsenen Ufer sind die Heimat eines kleinen graubraunen Lemuren mit kurzen Ohren, einem langen Schwanz und einer stumpfen Schnauze, die Rede ist vom Alaotra-Bambuslemur (Hapalemur alaotrensis), und sein Lebensraum ist unter den Lemuren einzigartig, denn während die anderen Halbaffen meist den Regenwald bevölkern, fühlen sich die Bambuslemuren in Marschgebieten ,zwischen Schilf und Papyrus, so richtig wohl, und nicht nur das, Alaotra-Bambuslemuren können (im Gegensatz zu fast allen Primaten) richtig schwimmen, auch wenn sie das nur relativ selten tun. In der Regel bewegen sie sich durch flinkes Springen von Schilfrohr zu Schilfrohr fort. Einen wirklichen Tag-Nacht-Rhythmus gibt es dabei nicht, so kann man sie sowohl bei Helligkeit, als auch bei Dunkelheit bei der Suche nach ihrer Nahrung beobachten, welche, wie der Lebensraum vermuten lässt, aus Papyrus, Schilf und Hühnerhirse besteht. Alaotra-Bambuslemuren sind soziale Tiere, die in kleinen Familiengruppen feste Reviere bewohnen. Wenn die Weibchen ihre Jungen (es ist meist eines, Zwillinge kommen aber auch vor) gebären, sind diese schon ziemlich weit entwickelt, häufig reiten sie auf ihrer Mutter, während die sich ihren Weg durch das Schilf bahnt, manchmal geht die Mutter aber auch allein auf Nahrungssuche und versteckt die Jungen derweil an einem sicheren Ort im Schilf. Vor Raubtieren sind sie dadurch geschützt, doch vor der Gefahr des Menschen leider nicht…

Es leben in freier Wildbahn wahrscheinlich nur noch 2.500 Alaotra-Bambuslemuren auf einer Fläche von nur etwa 200 km² und es werden immer weniger, denn die Ufer des Alaotra-Sees werden zunehmend zu Reisfeldern umgebaut. Das Schilf, von dem das Überleben dieser Lemuren abhängig ist, wird einfach zerstört. Außerdem werden die kleinen Primaten auch häufig eingefangen, da sie für die Bevölkerung Madagaskars sowohl eine gute Fleischquelle darstellen, als auch als beliebte Haustiere gelten.

Maßnahmen wurden mittlerweile ergriffen, Teile der Alaotra-Ufer wurden unter Naturschutz gestellt. Doch es ist, wie so oft in Madagaskar, ein schwer kontrollierbares Gebiet. So geht der Bestand auch jetzt immer noch zurück. Um die letzten Alaotra-Bambuslemuren zu bewahren, muss dem Gebiet mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn sonst riskiert man das „langsame heimliche Aussterben“. Der Delacour-Zwergtaucher, der dasselbe Gebiet bewohnte, wie der Alaotra-Bambuslemur wurde „dank“ der Reisfelder bereits in den 1980ern ausgerottet, dies hätte nicht passieren dürfen, und dies darf vor allem nicht noch mal passieren. Doch als Privatperson kann man daran wohl kaum etwas ändern. Über das Überleben oder das Aussterben des Alaotra-Bambuslemurs bestimmen wohl nun die madagassische Regierung, sowie die großen Artenschutzorganisationen. Ich hoffe, das diese faszinierenden Lemuren irgendwann die Aufmerksamkeit und den Schutz bekommen, den sie auch verdienen, ich hoffe auf ein richtiges Alaotra-Reservat…

Nachtrag:
Im nächsten Artikel geht es um eine andere kritisch gefährdete Art, die an den Alaotra-See gebunden ist und da mich dieses Stück Erde wirklich sehr fasziniert hat, werde ich wahrscheinlich auch einen Spezialbericht über den See schreiben, denn CR-Porträts soll ja dazu dienen auf Arten aufmerksam zu machen, die unscheinbar bedroht werden, da kann man ja auch mal über unbekannte Lebensräume berichten, oder? Ich hoffe dieser Bericht hat euch gefallen. Ich schreibe weiter und freue mich über Kommentare.

Dies war ein Beitrag aus der Reihe „CR-Porträts“ 

Text: Rhino (Maxim Podobed)
Bilder: Wikimedia Commons
Infos: Wikipedia.de und Tierdoku.com

 

 

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Kommentare (6)
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30.06.2011
Puma hat geschrieben:
Guter Bericht.Wirklich!!Dass du über den See auch noch schreiben möchtest,finde ich sehr gut.Dann kann man sich auch noch besser für den See arangieren.
28.06.2011
anni95 hat geschrieben:
Awwwwe, wie süüüüüß!
Gefällt mir wieder gut, der Bericht. Alaotra-See... Werde ich mal Ecosian... Noch nie gehört :O Also ja, gerne ein Bericht darüber :)
28.06.2011
Rhino hat geschrieben:
Alexbeppo: Danke, die werden etwa 40cm lang (mit Schwanz wäre die Länge etwa 80cm) und etwa 1-1,5 Kilo schwer ;)
28.06.2011
Alexbeppo hat geschrieben:
Toller Bericht, macht Lust auf viele weitere! Wie groß werden die Tiere eig.ungefaehr?
28.06.2011
LSternus hat geschrieben:
Ein echt cooler Bericht. Ich freu mich auf die nächsten 68 CR - Porträts.
28.06.2011
Lars0220 hat geschrieben:
Wieder ein guter Bericht, ich freu mich immer wenn ein neuer Bericht kommt :))
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