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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Das Panda-Projekt


von Franzi
18.04.2011
78 P
16
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Tags: China, WWF, Panda

Pandas - groß, gemütlich und absolut knuddelig, oder? Doch der Panda ist nicht umsonst zu dem Symbol für Artenschutz schlechthin geworden, denn er steht kurz vor dem Aussterben. Dem soll das Großprojekt im "Giant Panda Breeding Center"  in China jetzt entgegenwirken.

Bis vor wenigen Jahren war noch so gut wie nichts über den Großen Panda bekannt, die Wissenschaft war sich noch nicht einmal darüber einig, ob es sich denn eigentlich um einen Bären handeln sollte oder nicht (inzwischen hat man sich darauf geeinigt, dass der Panda der Familie der Großbären zuzuordnen ist).

Obwohl Pandas durchaus das Gebiss eines Fleischfressers haben, ernähren sie sich hauptsächlich von Bambus und leben nur dort, wo dieser wächst.

Da Bambus jedoch sehr nährstoffarm ist, benötigt ein ausgewachsener Panda pro Tag zwischen 20 und 30 Kilogramm davon, um satt zu werden.

 

Das süße Aussehen des Pandas wurde ihm im Laufe der Geschichte immer wieder zu Verhängnis, denn er wurde gejagt, gefangen und eingesperrt, sodass es heute schätzungsweise nur noch 1.600 frei lebende Tiere gibt.

Seit mehr als 25 Jahren setzt sich der WWF nun schon für den Schutz des Pandas ein, dennoch ist er immer noch stark gefährdet. 

 

Naturschutzgebiete zu errichten ist eine sehr effektive Möglichkeit den Panda zu schützen, im "Giant Panda Breeding Center" in Chengdu hat man sich eine andere überlegt: man züchtet Pandas, um sie dann zu einem geeigneten Zeitpunkt wieder auszusetzten.

 

Bereits seit 20 Jahren werden in diesem Zentrum Pandas gezüchtet, von damals sechs geretteten Tieren ist man dort inzwischen auf eine stolze Summe von 136 Pandas gekommen. 

Und das ist gar nicht so einfach. Denn Pandaweibchen sind nur 72 Stunden pro Jahr Empfängnisbereit und nur in 24 Stunden davon führt eine Paarung auch wirklich zur Schwangerschaft. Die Tatsache, dass in Gefangenschaft lebende Männchen meist mehr Lust auf Fressen, als auf körperliche Aktivität haben, macht die Züchtung nicht einfacher. So werden inzwischen immer mehr Weibchen künstlich befruchtet.

Dass Pandaweibchen Zwillinge gebähren ist nichts besonderes, in der Natur lassen sie das schwächere der beiden Jungen jedoch meist irgendwann zurück, um sich ganz auf das kräftigere zu konzentrieren.

Im "Giant Panda Breeding Center" ist es möglich, beide Jungen aufzuziehen, und diese abwechselnd in die Obhut der Mutter zu geben.

 

Finanziert wird das Zentrum durch die Eintrittsgelder von Besuchern, Spenden und den Leihgebühren, die andere Länder zahlen müssen, um Pandas in ihren Zoos zu halten

(bis zu 1.000.000$ pro Jahr).

Besonders die Aufzucht der Jungen in Brutkästen, die spezielle Nahrung und Pflege kostet sehr viel Geld und ist höchst aufwendig. Der Nutzen wird von Kritikern immer wieder in Frage gestellt, denn noch wurde keines der dort geborenen Tier wieder ausgewildert. Erst bei einer Populationsgröße von mindestens 300 Tieren möchten die Forscher den Schritt wagen, diese in der Wildnis freizulassen. Ob die Tiere ihre natürlichen Instinkte behalten haben, weiß jedoch keiner. 

 

Was meint ihr? Hat das Projekt die Chance die Zahl der wilden Pandas auf lange Sicht zu erhöhen - oder ist es wirklich eine gigantische Geldverschwendung und führt am eigentlich Ziel, die noch frei lebenden Pandas zu schützen, vorbei?

 

 

Quelle:

Das Erste: Erlebnis Erde - das Panda Projekt

http://www.wwf.de/themen/artenschutz/bedrohte-tiere-und-pflanzen/grosser-panda/ 

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Kommentare (16)
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25.04.2011
Franzi hat geschrieben:
@nera8: die Pandamännchen sind ja generell nicht zu schwach um sich fortzupflanzen, das liegt nur daran, dass sie in Gefangenschaft leben und so weniger Auslauf haben, die Beinmuskeln können sich also nicht in dem Maße ausbilden, wie sie bei einem frei lebenden Panda tun würden. In der Wildnis wäre das mit dem Fortpflanzen also kein Problem.
Für den Erhalt der frei lebenden Pandas wird natürlich auch viel getan, nicht direkt von dem Zentrum aber eben von Organisationen wie dem WWF, die Schutzgebiete errichten in denen dafür gesorgt wird, dass der Wald nicht abgeholzt wird und keine Wilderer die Pandas fangen können.
Leider ist es eben nur so, dass sich Pandas auch in freier Wildbahn nur langsam fortpflanzen und man fürchtet, dass sie zu lange brauchen um ihren Bestand "von selbst" wieder zu vergrößern. Deshalb züchtet man Pandas in dem Zentrum nach:)
23.04.2011
ToniStiel007 hat geschrieben:
^^
21.04.2011
nera8 hat geschrieben:
Erstmal: Ich finde es schlimm, dass es überhaupt soweit kommt, dass man Tiere nachzüchten muss um die Art zu erhalten. Wenn ich mir überlege, dass es bei den Tigern mal ähnlich aussehen könnte, wenn wir unser Verhalten nicht ändern!
Aber wenigstens schauen die Menschen nicht vollkommen tatenlos zu ...
Was ich nicht verstehe ist, wie die sich die Zukunft vorstellen. Wenn die ganzen Männchen zu schwach sind um sich fortzupflanzen, wie sollen die sich dann jemals in freier Wildbahn forpflanzen? Denn der Sinn ist doch, dass irgendwann genug Tiere wieder in der Wildnis leben, sodass das Zentrum überflüssig ist. :)
@Franzi: Setzt sich das Zentrum denn auch für den sonstigen Schutz von Pandas und deren Lebensraum ein? Weil die können ja nicht einfach mal so 300 Pandas auswildern, wenn gar kein Platz für die da ist! ;)
Ich finde das Projekt zwiespältig, weil ich es wie gesagt schlimm finde, dass man solche Maßnahmen ergreifen muss. Aber eine andere Möglichkeit die Pandas zu retten sehe ich auch nicht!
Hoffentlich wird das Projekt erfolgreich sein und unser WWF-Symbol gerettet :)!!!
20.04.2011
HannaS hat geschrieben:
Interessanter Bericht und echt eine schwierige Frage, die dahinter steckt. Eine Art zu erhalten finde ich natürlich auch gut. Aber kam in dem Bericht vielleicht auch vor, was das Zentrum zum Schutz des Panda Lebensraumes tut? Das würde mich besonders interessieren.
Ich war letzte Woche erst im Otterzentrum Hankensbüttel, und dort werden aus Prinzip keine Otter gezüchtet und ausgewildert, sondern nur auf besseren Schutz des Lebensraums und Aufklärung gesetzt. Ich kann irgendwie beide Seiten der Argumentation verstehen.
20.04.2011
Franzi hat geschrieben:
Oh, da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt;) Nein, die Pandas werden dann natürlich alle zusammen freigelassen:)
19.04.2011
Franzi hat geschrieben:
Erstmal danke für die vielen Kommentare:)
@Nivis und Marco93: die Pandas leben zwar nicht in einem eingezäunten Nationalpark, aber die Haltung ist sehr tiergerecht und aufwendig, weswegen sie ja auch so teuer ist. Die Menschen geben sich wirklich sehr viel Mühe den Pandas ein möglichst gutes Leben zu ermöglichen. So wie sie es in der Wildnis hätten ist es natürlich nicht, weswegen man sich ja auch nicht sicher ist ob die Tiere ihre natürlichen Instinkte behalten haben.
@Marco93: Ich finde das Projekt total klasse, denn selbst wenn man es nicht schafft die Pandas auszuwildern haben sie in dem Zentrum ein wunderbares Leben und man leistet indirekt einen Beirtag gegen das Aussterben einer wertvollen Art.
Die Population soll mindestens eine Größe von 300 Tieren haben damit sie eine größere Chance haben in der Wilndis zu überleben. Es besteht des weiteren die Gefahr von Inzucht, weswegen man darauf achten muss, möglichst viel "verschiedenes Blut" in der Population zu haben.
@KimBeere: Du hast natürlich Recht, nur leider ist es für die Pandas extrem schwierig sich in Genfangenschaft zu paaren, wenn sie darin keine Übung haben und vor allen Dingen keine Vorbilder haben. Die Männchen brauchen dafür sehr starke Beinmuskeln, die sie, wenn sie nicht jeden Tag kilometerweit durch den Urwald laufen, nur schwer bekommen. Von daher ist die künstliche Befruchtung teilweise der einzige Ausweg. Auch die in Freiheit lebenden Pandas pflanzen sich nicht oft fort, ein weitere Grund dafür, dass sie heute so gefährdet sind.
@Vanily: Auf diesem Film baut der Bericht auf;) Ich fand ihn einfach so wunderbar und kann ihn nur weiterempfehlen:):)
19.04.2011
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
Ich habe erst gestern eine Doku darüber gesehen, auf dem Kanal 1te. :-D
Ich finde es einfach wunderbar, dass so etwas auf die Beine gestellt wird, ich bin definitiv dafür! Das soll ja auch teilweise dazu dienen, das schlechte Gewissen der Chinesen zu verringern, den Pandas gegenüber.
Eine Geldverschwendung ist Griechenland geholfen zu haben, eine Geldverschwendung ist sich Lebensmittel importieren zu lassen aber DAS ist Leben retten, und meiner Meinung nach sollte man solchen Leuten Orden verleihen,
19.04.2011
KimBeere hat geschrieben:
interessanter Bericht, danke dafür :).

ich denke auch so wie die anderen, also wenn die Pandas ein größeres geschütztes Gebiet für sich alleine haben und nicht in Käfigen gehalten werden ist es gut.
Allerdings bin ich etwas skeptisch gegenüber der künstlichen Befruchtung.
Klar wird es gemacht damit die Pandas nicht aussterben, aber auf der anderen Seite denke ich dass wir da nicht unsere Macht spielen lassen sollten.
Also es kann ja sein dass das Pandaweibchen gar kein Junges bekommen will und wenn wir dann dazwischenfunken finde ich es ungerecht.
Auch Tiere sollten selber entscheiden können.
Deswegen ist meine Meinung ein bisschen zweigeteilt.
19.04.2011
Locke hat geschrieben:
Pandas sind wirklich interessante tiere und das Projekt klingt alles andere als einfach. Ich hoffe, dass es den gewünschten Erfolg bringt, vielleicht können wr Menschen so einen kleinen Teil unserer Zerstörung wieder gutmachen...

Gut geschrieben, danke :)
19.04.2011
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
gelöscht
18.04.2011
Nivis hat geschrieben:
Und vielen Dank für den tollen Bericht Franzi =)
18.04.2011
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
gelöscht
18.04.2011
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
gelöscht
18.04.2011
Nivis hat geschrieben:
Mich würde interessieren wie die Pandas dort gehalten werden? Also es gibt ja zum beispiel auf Borneo auch Auffang- Auswilderungsstationen für die nur dort lebenden Nasenaffen. Da habe ich mal Bilder gesehen, wie genau das aussieht. mNa könnte es als eingezäunten Nationalpark bezeichnen, also eine Fläsche Regenwald, die eben begrenzt ist. Wenn die pandas dorft ebenfalls auf die Weise gehalten werden, dann kann man dem Projekt große Chancen zusprechen. Werden die pandas aber in Käfigen gehalten, bin ich da eher skeptisch.
18.04.2011
friede55555 hat geschrieben:
Ich finde, dass die Investitionen gerechtfertigt sind, da wir als Menschen schließlich auch Schuld tragen an dem Aussterben der Tiere und somit auch alles tun müssen, um unser Fehlverhalten rückgängig zu machen.

PS: Sehr toller Artikel:)
18.04.2011
Stoffie hat geschrieben:
keine ahnung ob es klappen wird... ich denke man muss auch den raum schützen wo die pandas leben... denn wenn die nichts zu fressen haben bringt auch die größere zahl an tieren nichts1
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