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© Wild Wonders of Europe / Sven Zacek / WWF
Bienvenue en France! (5) - Die Kehrseite der Medaille (3)


von RichardParker
09.09.2016
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Salut meine Lieben,

Noch mehr Tiere, noch mehr Unfälle und noch höher hinaus. Das ist das Motto heute. 

Es geht wieder in die Berge, aber dieses Mal richtig. Ziel: Die Cevennen, dem südöstlichsten Teil des französischen Zentralmassivs. Eng und Kurvenreich schlängelt man sich immer weiter in luftige Höhen. Und die Landschaft ist einfach beeindruckend. Wir hatten eigentlich eine kleine Stadt namens Florac ins Auge gefasst, stellten dann aber fest, dass sich es hier nicht unbedingt zum Baden eignet. Zur Tarn runterzukommen, war allerdings schwieriger als gedacht.

Aber schließlich haben wir doch noch eine Stelle unten am Fluss gefunden und ihr wisst, ich neige gerne mal zur Überschwänglichkeit, aber dieser Ort war wie aus einem Bilderbuch! 

Umgeben von Bergen in einem Gebirgsfluss schwimmen. Etwas was bis zu dem Tag noch nie getan habe. Jetzt ist es etwas was ich jederzeit wieder machen würde. Warum haben wir das eigentlich gemacht? Nicht nur weil wir baden wollten, sondern auch den Menschenmengen und der Hektik zu entfliehen. Da hin zu gehen wo alle Welt es hinzieht kann echt anstrengend sein. Kleine Fische sind da sehr angenehme Zeitgenossen, auf einem wunderschönen Fleckchen Erde.

Le Grau du Roi war das einzige Mal, dass wir am Meer waren.

Die Küstenstadt ist wie sehr viele Orte wieder in ärmlich und reich gespalten. Auf einer separaten "Insel" liegt eine extra für Touristen gebaute "Stadt". Auf der anderen Seite lebt der Autonormalverbraucher. Ich finde es traurig, wenn diese Kluft so offensichtlich ist. Es sind die Momente in denen ich mich wieder frage, wie ich damit umgehen soll, dass ich schon einige Länder in dieser Welt gesehen habe und eigentlich in völligem Überfluss lebe. Mir ist das ja wenigstens bewusst, aber das mildert den Umstand des puren Luxus ja nicht. Geht es euch auch manchmal so? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Abends sind wir nach Nimes gefahren und haben nach einer langen Parkplatzsuche ein bisschen die Stadt besichtigt, die meiner Meinung nach durchaus reizvolles zu bieten hat. Die Maison Carrée, zum Beispiel, einer der besterhaltenden Tempel des Römischen Reich und natürlich die Arena von Nimes, die zwar kleiner ist als die in Arles, dafür aber besser erhalten.

 

Maison Carrée

Die Arena von Nimes

Ich hatte an dem Tag kurze Shorts an und die Sonne war erbarmungslos, also habe ich nach einer Weile Sorge gehabt, ich würde mir die Beine verbrennen, das habe ich zwar nicht, dafür habe ich mich abends neben dem Esstisch in die Ecke gesetzt, weil ich mich nicht richtig am Stuhl festgehalten habe. Ab gepolstert wurde der Sturz durch einen alten Hometrainer und eine Luftmatratze... :D Mein Schutzengel muss riesengroß gewesen sein, ich habe mir nicht wehgetan.

Die Cevennen sind uns doch ans Herz gewachsen und wir sind wieder zu unserer Badestelle gefahren. Hatte ich schon die aalglatten Steine im Fluss erwähnt? Da hat es einige Kanuten (auch eine beliebte Einstiegsstelle für Bootsfahrer) unfreiwillig ins Wasser befördert :D Uns ist das nicht passiert, aber um irgendwie unfallfrei aus dem Fluss rauszukommen robbte ich wie ein gestrandeter Blauwal (sehr nett Papa!!) soweit wie möglich ans Ufer. Einige Leute haben ziemlich blöd geschaut, aber Schatten und Schoko-Cookies haben mich das schnell wieder vergessen lassen... :)

Wie erlebnisreich die letzten Urlaubstage waren und warum Avignon ernsthafte Konkurrenz bekommt, dass erfahrt ihr im vierten Teil. Schön, dass ihr euch die Zeitnehmt mich auf dieser Reise zu begleiten.

Die Bildrechte liegen bei mir.

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Kommentare (2)
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11.09.2016
Bjarne2000 hat geschrieben:
Ja, diese Kluft ist, soweit ich das mitbekommen habe, in Frankreich deutlich größer als in anderen vergleichbaren europäischen Staaten. Man bekommt das nach außen überhaupt nicht so stark mit, aber Frankreich ist in einer enormen Krise- wenn sie kein Gründungsmitglied der EU wären, und jetzt den Beitritt beantragen würden, könnten sie nicht beitreten, weil die französische Wirtschaft viel zu schlecht ist.

Und sollten sie tatsächlich in ein paar Jahren aus der EU austreten, fängt es erst richtig an.
11.09.2016
Puma hat geschrieben:
Hab grad alle drei Teile gelesen und freue mich, dass du einen so schönen und idyllischen Urlaub hattest.
Aber diese sichtbare Kluft zwischen arm und reich. Ich bin ehrlich: Im Urlaub ist mir das noch nie so wirklich aufgefallen, aber wahrscheinlich auch, weil wir nie Stadturlaub machen. Aber ich bin ja im Moment in Kenia und wohne in einer Wohnung in Nyalenda, ein Slum, wenn auch nicht so schlimm, wie man denkt,, wenn man an Slums denkt. Aber hier ist der Unterschied deutlich zu sehen. Ich hab eine echt große Wohnung, während eine Bekannte, nur ein paar Meter weiter, sich mit ihren zwei kleinen Kindern einen engen, dunklen Raum unter einem Wellblechdach wohnen muss. Auch ist Nyalenda nur durch eine breite Straße von Milimani (keine Ahnung, ob richtig geschrieben) getrennt. Da ist der Unterschied noch extremer. Ich weiß, ein Land des globalen Südens kann man nicht mit Europa vergleichen, aber das ist mir direkt in den Sinn gekommen, als du das geschrieben hast. Und es gibt ja auch Leute, die hier Urlaub machen. Ich hoffe, du weißt, was ich meine.
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