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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Bewertung – Entwertung


von Zerschmetterling
03.02.2015
74 P
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Es gibt eine Sache, die mich traurig stimmt … So habe ich mal einen privaten Text begonnen.
Da dieses Thema nun auch in der WWF-Community Einzug gehalten hat, möchte ich meine Gedanken dazu ebenfalls äußern.
Es geht um dieses ewige Urteilen und Bewerten.
Ich weiß nicht, wann die Menschen damit angefangen haben. Aber ich wünschte sie würden sofort damit aufhören. Stattdessen streiten sie sich und sind oft der Überzeugung, dass nur einer Recht haben kann – nämlich man selber. Mitunter wird die eigene Meinung sogar ziemlich aggressiv vertreten. Solche starren Meinungen stellen schon im Kleinen die Behauptung auf, dass es nur eine Wahrheit gibt.
Das fängt bei unbedeutenden Kritikern an, die meinen an einer gewissen Stilistik gemessen sagen zu können, was gut ist und was nicht. Dabei gibt es nur ein ''gefällt mir'' und ein ''gefällt mir nicht''. Doch nicht nur bei verschiedenen Geschmäckern in Musik, Kunst und Buch, sondern auch im Größeren treten Beurteilungen auf.
Dabei handelt es sich unter anderem um Mitmenschen, Kulturen, die Natur und die Tiere. So muss ich regelrecht aufpassen wann und wo ich Tiere mit Menschen gleichstelle. Denn es passiert schnell, dass andere anfangen wollen das auszudiskutieren: „Kann man das überhaupt so sagen?“, „Sind Menschen nicht höher entwickelt?“, aber auch: „Menschen sind keine Tiere, weil.....!“
Da habe ich angefangen mich zu fragen, ob man die Fragerei nicht sein lassen kann.
Was für einen Sinn hat es, hitzige Gespräche darüber zu führen? Können wir die Dinge nicht einfach auf sich beruhen lassen? Doch da wir Wesen sind, dessen Komplexitat des Gehirns wahrscheinlich nicht zu übertreffen ist, müssen wir erstmal jedes x-beliebige Thema damit auseinander nehmen (manchmal bis zur Unkenntlichkeit).
Ich finde das aber eher umständlich als hilfreich. Da finde ich es eher bewundernswert, mit was für einer Selbstverständlichkeit Tiere durchs Leben gehen. Sie sind einfacher gestrickt, folgen ihren Instinkten, leben im Moment, vertrauen ihren Sinnen und haben weniger Kopfschmerzen.
Außerdem fällt mir auf, dass Verhaltensweisen bei Tieren meist auf verschiede Rassen aufgeteilt sind. So ist Gewalt bei den Seelöwen keine Seltenheit. Delfine hingegen sind liebevolle Zeitgenossen. Zwei Arten die unterschiedlicher nicht sein könnten:
Schwer und brutal, freundlich und elegant.
Der Mensch hingegen vereint alles: Er schützt und mordet. Er bleibt friedlich und rastet aus. Er baut auf und zerstört. Der Mensch kreiert Poesie und hat doch alles Negative in seinen eigenen Reihen. Er ist ehrlich und ein Schwindler. Unser Hirn ist Segen und Fluch. Auf der einen Seite konzipierte es eine Vielfalt an Klängen und auf der anderen Seite fand es Gründe für schier grenzenlose Gewalt. Ob Kriege, Massentierhaltung, den Raubau der Wälder und das Ausrotten anderer Tierarten. Ob gegenseitige Unterdrückung, Folter, oder Intoleranz.
Und schließlich: das Wertesystem, womit die Menschen viel Leid erschaffen.
Nicht nur durch die Abgrenzung von Tieren, sondern auch durch Be- und Verurteilungen untereinander. Das beginnt damit, dass einige Reiche meinen, dass ihr verdientes Geld nicht nur ihr Bankkonto füllt, sondern ebenso die eigene Person aufwertet. Es ist das Denken in Klassen und Schichten, was einige ihre Nase hoch tragen lässt und was dazu führt, dass Gymnasiasten über Hauptschüler herziehen und diese gegen Sonderschüler vorgehen. Es gibt Grüppchenbildung an Schulen und Mobbing am Arbeitsplatz. Doch das Wertesystem von Richtig und Falsch, Annehmbar und Unvertretbar kann noch größere Ausmaße annehmen:
Wie der Rassenkampf. Kriege werden geführt, ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte wurde geschrieben, ein schrecklicher Anschlag in Paris sorgte im Januar für Entsetzen.
Warum machen wir Abstufungen? Warum erklären wir das eine als besser und das andere als schlechter? Es gibt nur eine Sache die der Entwertung bedarf: das Wertesystem.
So fände ich es viel schöner, wenn wir keine Grenzen mehr ziehen. Zwischen ''denen'' und ''uns''. Oder zwischen reich und arm. Zwischen schwarz und weiß, groß und klein, hetero oder homo.
Es gibt nur einen Wert: Und dem entsprechen wir alle.

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Kommentare (8)
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07.02.2015
vince hat geschrieben:
Der text hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Ich kann dir dabei nur zustimmen. Bloß teilweise sind wir abhängig von bestimmten Werten, denk mal an Schulnoten. Kann man ohne so etwas auskommen?
Deinen letzten Satz fand ich auf jeden Fall toll.
04.02.2015
Ronja96 hat geschrieben:
Danke für deinen tollen und sehr nachdenklichen Bericht! Ich kann auch oft nicht nachvollziehen, warum es nur solche schwar-weiß Sichten gibt. Es liegt doch viel mehr zwischen gut oder schlecht und richtig oder falsch. Solche klaren Abgrenzungen sollte man nicht machen. Zudem finde ich, dass nicht immer nur die Unterschiede hervorgehoben werden sollen, sondern auch die Gemeinsamkeiten. Das, was einen verbindet, nicht immer nur das, was uns voneinander unterscheidet.
04.02.2015
Laura619 hat geschrieben:
Ich stimme dir zu: Wir sind alle gleich. Es ist so einfach, egal ob Mann oder Frau, reich oder arm, intelligent oder dumm. Ich bin ein Mensch, du bist ein Mensch, wir sind beide gleich. So einfach sollte es eigentlich sein, ist es häufig aber nicht...

Ich finde auch gut, dass du die Ungleichheit zwischen Mensch und Tier ansprichst. Denn mal ehrlich, nur weil wir ein intellektuell weiter entwickeltes Wesen sind als das Tier, sind wir doch nicht automatisch mehr "wert". Unser Leben ist nicht mehr wert als das eines Tieres. Wir sind alle Lebewesen, und es sollte nicht nach dem Intelligenzgrad gehen, wie viel mehr "wert" ein Leben ist. Der Mensch hat kein Recht der Welt, sich als Richter über Leben und Tod von Tieren zu stellen. Er hat kein Recht dazu, Tiere grausam zu ermorden, wie es in China der Fall ist.
Das ist schier unmenschlich und macht uns damit zu einer erbärmlichen Gattung.
Alle sind gleich. Egal ob Mensch oder Tier. Ich finde, das ist wirklich nicht schwer zu verstehen, nur will das leider nicht in die Köpfe vieler Menschen rein.
04.02.2015
FranziL hat geschrieben:
Ganz zustimmen kann ich dir mit deinen Aussagen nicht. Den letzten Teil des Textes kann ich so nur unterstreichen. Wir sind alle gleich und genau diese so unglaublich wichtige Aussage hast du damit wunderbar unterstrichen, viel besser hätte man das tatsächlich nicht formulieren können!
Allerdings vertrete ich eine ganz andere Meinung, was das Beurteilen und Diskutieren anbelangt. Ich finde es unglaublich wichtig, dass man andere Meinung und auch die eigene Meinung hinterfragt, darüber nachdenkt, kritisiert, kritisiert wird und so weiter. Denn stell dir vor, dass jeder seine Meinung hätte und mit anderen nie darüber reden würde oder das man niemals andere Meinung kommentieren oder hinterfragen würde. Wenn jeder nur seine eigene Meinung im Kopf hätte oder man die Meinungen anderer nur akzeptieren, allerdings nie kritisieren oder hinterfragen würde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in so einer Welt nicht leben möchte.
Und zum Thema des Beurteilens von Musik, Kunst und Literatur: In einer sachlichen Diskussion kann es unheimlich interessant über Musik oder Literatur zu diskutieren, zumindest habe ich diese Erfahrungen gemacht. Ich gebe dir in dem Punkt recht, dass man nach ewigen Diskussion, in denen man zu keiner Einigung kommt, das Thema auch mal ruhen lassen kann und Dinge nicht immer nochmal aufwärmen sollte.
Ohne, dass ich mit den nachfolgenden Worten in die beliebte Krümelkackerei übergehen möchte, würde ich gerne noch anmerken, dass du mit deinem Bericht ja selbst über die Diskussionkultur anderer urteilst und wertest.
04.02.2015
Lunallly hat geschrieben:
Ein sehr schöner Bericht. ;) Ich finde ebenso das dieses Schwarz-Weiß-Malen nicht staat finden dürfte. Unsere Welt ist viel komplexer, als nur gut und böse. Doch genau das haben Menschen schon immer getan - verurteilen. Sei es andere Menschengruppen oder auch Tierarten. Das Resultat war dann fast immer das gleiche - Ausrottung. Es wichtig seine eigene Meinung zu haben aber trotzdem sollte man andere Meinung tolerieren und zugeben können, dass andere Meinungen auch stimmen können.
03.02.2015
Luke24 hat geschrieben:
Ja, vor einer schwarz - weiß Beurteilung muss man sich immer in Acht nehmen. Ohnehin fehlen in dem meisten Situationen eine ganze Anzahl von Fakten, um sich qualifizierte Urteile bilden zu können, selbst wenn man Wertungen vornehmen möchte. Und dann kommt es häufig zu vorschnellen Beurteilungen und Vorurteilen. Für mich macht es aber auch immer viel aus, wie Wertung vorgetragen wird. Also ob sie eher besserwisserisch klingen oder als gut gemeinte Ratschläge angesehen werden können.
03.02.2015
Julia99 hat geschrieben:
Danke für diesen tollen Bericht. Ich finde auch dieses ewige werten nervig. es ist nicht alles entwerder schwrz oder weiß. Eigentlich sind alle dinge grau. Jede Sache hat eine gute und schlechte Seite. Ich finde das sollten wir nicht vergessen. Es spricht ja nichts dagegen eine eigene Meinung zu haben und trotzdem ist eine andere Meinung genauso richtig, wenn man es aus einer anderen Perspektive betrachtet und trotzdem erwische ich mich häufig wie ich andere von meiner Idee überzeugen will und ihre Ideen gar nicht an mich heran lass. Manchmal denke ich mir auch, dass Tiere es einfacher haben, weil sie viel mehr auf ihren Instinkt vertrauen. Aber wir können uns nicht aussuchen als was wir geboren werden. Also liegt es an uns, die Welt so zu drehen, wie wir sie haben wollen. :)
03.02.2015
Kathy3 hat geschrieben:
Wirklich ein sehr nachdenklicher Text. Danke, dass Du deine Gedanken mit uns teilst und v.a. auch nachvollziehbar formulierst.
Ich muss Dir recht geben, dass viele Dinge und Personen viel zu schnell in einzelne Schubladen gesteckt werden. Leider liegt das glaube ich auch im Wesen des Menschens (besonders heutzutage), alles ordnen und klassifizieren zu müssen.
Gnaz ohne würde unsere Gesellschaft vermutlich gar nicht mehr funktionieren... aber vieles bedarf wirklich keiner Bewertung und so kann ich Dir nur zustimmen, dass es eigentlich keinem von uns zusteht, einen anderen Menschen zu bewerten. Wir werden nie alle Beweggründe kennen, die einen Menschen antreiben und so würde jedes Maß nur an der Oberfläche kratzen.
Zum Glück liegt es aber bei uns, solche Wertesysteme aus unserem Kopf zu verbannen :) Denn im Geiste kann jeder seine freien Entscheidungen treffen.
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