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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Auf den Spuren der Unsterblichkeit.


von B0uld3r
02.11.2015
11 P
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Tags: Tod, Leben

Das Einzige, was im Leben sicher ist, ist der Tod...oder?

Fakt ist: Das Sterben ist kein magischer Übergang in das Jenseits, sondern ein biologischer Prozess, der wie Alles im Leben seine Gründe hat. In dem folgenden Text werde ich euch diese Gründe beschreiben und anhand davon die zauberhafte Idee einer möglichen Unsterblichkeit erläutern.

Bevor ich mich der Unsterblichkeit widme, ist es notwendig den Tod etwas näher kennenzulernen. Es ist zu beachten, dass die Grundlage, hier und im Folgenden, immer der natürliche Tod durch Altersschwäche ist. Denn beispielsweise einen Unfall oder eine schwere Krankheit kann niemand verhindern.

Warum sterben wir? Diese Frage wird sich in den verschiedensten Wissenschaften gestellt. Es ist eine Frage die uns seit Anbeginn der Zeit verfolgt und uns vermutlich nie verlassen wird. Eine Antwort der Biologie auf diese Frage, ist die sogenannte Telomer-Hypothese des Alterns von Leonard Hayflick.

Unser Erbgut ist in jeder unserer Zellen vertreten und als Basen-Code in der DNA gespeichert. Durch die Reihenfolge von jeweils drei der vier Basen Adenin(A), Guanin(G), Thymin(T) und Cytosin(C) werden 20 verschiedene Aminosäuren codiert. Diese werden dann zusammengesetzt und bilden so die Proteine unseres Körpers. Damit sich eine Zelle teilen kann, wickelt sich die DNA um Proteine und spiralisiert sich zu einer kompakten Form, den Chromosomen. Für die Zellteilung muss die Erbinformation repliziert werden, in dessen Prozess das Ende der DNA nicht vollständig überschrieben werden kann und somit wegfällt. Dass dabei keine wichtige Information verloren geht ist den Telomeren zu verdanken. Telomere bilden die Enden der Chromosomen und bestehen aus sich wiederholenden Baseneinheiten, ohne Informationsgehalt. Bei Wirbeltieren lautet diese Reihenfolge TTAGGG und wiederholt sich mehrere tausend Mal. Bei jeder Zellteilung verkürzen sich nun die Telomere, bis sie eine kritische Länge erreicht haben. Ab diesem Punkt kann die Zelle sich nicht weiter teilen und es kommt zum Zelltod (Apoptose) oder zur dauerhaften Einstellung des Wachstums (Seneszenz).

 

Durch diese Vorgänge nimmt mit zunehmendem Alter die Anzahl und die Qualität unserer Zellen ab. Typische Altersmerkmale, wie Falten und graue Haare sind die Folge.

Kann man den Prozess aufhalten? Kann man unsterblich werden? Die Antwort: Theoretisch ja.

Der Stoffwechsel von Hummern ändert sich nicht, ebenso wenig verlieren sie ihren Appetit oder ihre Fortpflanzugsfähigkeit. Hummer leben ohne Anzeichen von Alterung*. Warum? Hummer besitzen ein Enzym namens Telomerase, welches in der Lage ist Telomere zu erneuern und somit die Zellalterung außer Kraft zu setzten. Im Menschen existiert Telomerase nur sehr begrenzt in sich fortlaufend teilenden Zellen, wie zum Beispiel Knochenmarkszellen oder embryonalen Zellen. Ansonsten kommt Telomerase nur noch in einer Zellenart vor: Den Krebszellen.

Die Telomerase ermöglicht es der Krebszelle sich unendlich oft zu teilen und im Körper Schaden anzurichten. Diese Problematik ist auch das essentielle Hindernis, welches den Gedanken an die Unsterblichkeit trübt. Die Vorstellung wäre Folgende: In gewissen Zeitabständen würde man dem menschlichen Körper Telomerase verabreichen, sodass Telomere wieder verlängert und der Prozess der Alterung verhindert werden kann. Doch in diesem Szenario würde das Krebsrisiko exponentiell steigen. Jede Mutation, die einer Zelle das Signal gibt sich öfter als nötig zu teilen, würde unausweichlich Krebs auslösen**. Es scheint fast so, als sei Krebs ein Versuch der Natur die Sterblichkeit zu wahren.

* Man muss dabei erwähnen, dass die biologische Unsterblichkeit von Hummern nicht experimentell belegt ist, da man das nicht-Eintreten des Todes schlicht nicht nachweisen kann.

** Im menschlichen Körper finden ständig Mutationen statt, jedoch werden sie meisten von Reparaturmechanismen erkannt und behoben.

Bilderquellen:

 
1. Philippe de Champaigne (1602–1674) 
 
   English: Still-Life with a Skull
   Français : Vanité

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Kommentare (7)
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07.11.2015
GwynRoth hat geschrieben:
Ein echt spannendes Thema,danke für diesen tollen Bericht!
07.11.2015
Puma hat geschrieben:
Danke für den Artikel :) Ich hätte nicht gedacht, dass man theoretisch unsterblich werden könnte, ohne Magie oder so was,sondern biologisch...Schade, dass man dann das Krebsrisiko erhöht. Sonst hätte ich das gerne mal ausprobiert. Denn wer sagt denn, dass sich die Menschen nicht weiter fortpflanzen, sobald sie unsterblich sind? Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sie dann grade viele Kinder bekommen um die Jugend wieder mitzuerleben... Und dann gäbe es wieder neue Impulse...Aber auch eindeutig viel zu viele Menschen. Aber vielleicht wären die Menschen dann offener für den Klimaschutz, denn sie würden die Folgen ja irgendwann miterleben... Wer weiß ;)
@Buchenblatt: Schon irgendwie. Nur hoffen wir mal, dass sie sich nicht in den Grafen verwandeln. Wobei, sie haben ja keinerlei Grund jemanden aufgrund ihrer Unsterblichkeit umzubringen xD
05.11.2015
JohannaKaucher hat geschrieben:
Ich finde den Bericht auch sehr interessant. Aber unsterblich wäre ich dann doch nicht so gerne. Irgendwann wäre das Leben auch nicht mehr wirklich spannend.
03.11.2015
Buchenblatt hat geschrieben:
Interessanter Bericht! Das Thema hatte ich hier in der Community nicht erwartet. Ich finde aber, dass es super hier herein passt.
Wahrscheinlich würden wir durch Unsterblichkeit wirklich in eine Art Sackgasse laufen, weil dann keine neuen Generationen kommen und das Alte hinterfragen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich den Gedanken schon verlockend finde. Ich habe Gwendolyn und Gideon am Ende der Edelsteintrilogie von Kerstin Gier ziemlich beneidet... :)
03.11.2015
B0uld3r hat geschrieben:
Es freut mich, dass euch der Bericht gefällt! Es ist ja auch wirklich ein spannendes Thema. Ich gebe euch bei euren Meinungen auf jeden Fall recht, es würde die Menschen in eine Sackgasse treiben. Außerdem würden wahrscheinlich nur sehr wenige Menschen sehr alt werden, da andere früher oder später an einem Unfall oder einer Krankheit sterben würden.
02.11.2015
somebodywholovesourearth hat geschrieben:
Ich finde auch, dass dies ein wirklich gelungener Bericht ist!
Unendlich zu leben wäre auch bestimmt auf dauer langweilig...
Ich denke, die Natur wird wirklich ihre gründe haben, warum wir sounso lange leben. Wir haben unsere Lebenserwartung ja schon enorm gesteigert, durch Sicherheit und Medikamente. Man sollte nicht darüber hinaus gehen, meiner Meinug nach. Aber wie Luke24 schon gesagt hat: Hier wird es philosophisch.
02.11.2015
Luke24 hat geschrieben:
Ein sehr interessanter Bericht und auch so geschrieben, dass man ohne viel biologisch-chemisches Vorwissen einigermaßen folgen kann.

Ich für meinen Teil halte die Unsterblichkeit von Lebewesen, insbesondere auch beim Menschen, für nicht erstrebenswert. Ich habe die Befürchtung, dass es kaum neue Impulse gäbe, weil sich Menschen in ihren Vorstellungen und Handeln nur sehr bedingt ändern. Neue Generationen sorgen hier für neue Ideen, eine kritische Hinterfragung von Bestehendem und neuen Elan.
Aber jeder sieht die Sache wahrscheinlich auch anders. Hier kommen wir ins Philosophische.
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