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© Wild Wonders of Europe / Sven Zacek / WWF
615 neue Arten auf Madagaskar entdeckt


von Marcel
10.06.2011
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Auf Madagaskar wurden mehrere Hundert neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt! Der WWF-Report "Schatzinsel - Neue Artenvielfalt in Madagaskar" listet 615 neue Tier- und Pflanzenarten auf, die zwischen 1999 und 2010 entdeckt wurden. 385 Pflanzen, 42 Wirbellose, 17 Fische, 69 Amphibien und sogar 41 neue Säugetierarten!

 

Zu den neu entdeckten Arten gehört unter anderem der nur 30 Gramm wiegende Berthe-Mausmaki. Dieser Lemur ist der kleinste Primat der Welt und diente einer Figur im Cartoon Madagaskar als Vorlage. Auch eine riesige Fächerpalme (Tahina spectabilis), die nur einmal in ihrem Leben mit einem spektakulären Feuerwerk aus Blüten ihr Aussehen verändert, zählt zu den neuen Arten.

 

Sensationell war die Entdeckung eines Geckos, der seine Hautfarbe wie ein Chamäleon dem Hintergrund anpassen kann. Viele von den kürzlich entdeckten Arten sind jetzt stark bedroht, vor allem durch Abholzung ihrer Lebensräume.

 

"Es ist bedrückend zu wissen, dass viele dieser neu entdeckten Arten schon in Kürze verschwunden sein und unzählige andere gar nicht erst das Licht der Forscherwelt entdecken werden", sagt WWF Madagaskar-Experte Martin Geiger.

 

Madagaskar gehört zu den außergewöhnlichsten Ökoregionen der Erde. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es, neben Australien, so viele endemische Arten, also Tier- und Pflanzenarten, die nur dort vorkommen. Unter Wissenschaftlern gilt Madagaskar deshalb als "achter Kontinent". Fast drei Viertel der dort vorkommenden Arten finden sich nirgendwo sonst außerhalb der viertgrößten Insel dieser Welt.

 

Größte Bedrohung ist die rasante Entwaldung. Schon jetzt hat die viertgrößte Insel der Welt mit ihrer einzigartigen Artenvielfalt 90 Prozent ihrer Wälder verloren. Nach dem Staatsstreich im März 2009 und den darauffolgenden politischen Unruhen wurden Madagaskars Regenwälder geplündert um teure Harthölzer - besonders Rosenholz - zu exportieren. Davon waren zehntausende Hektar Wald in den besonders wertvollen Nationalparks Marojejy, Masoala, Makira and Mananara im Norden betroffen.

 

Neben der Abholzungswelle wurde zunehmend auch Fleisch von wilden Tieren, sogenanntes "Bush meat", aus den Wäldern angeboten. In manchen Restaurants kostete ein Teller mit Lemurenfleisch weniger als drei Euro. Die politische Instabilität und die Ausbreitung der Kriminalität hat auch die Tourismusindustrie schwer getroffen, eine der wenigen Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung.

 

"Die Wälder Madagaskars sind noch immer unerforscht und geheimnisvoll, obwohl sie schon großflächig zerstört wurden", erklärt Martin. "Wenn diese wenigen verbleibenden Wälder nicht gerettet werden, verschwinden unzählige Arten, die wir noch nicht einmal kennengelernt haben".

 

Der WWF arbeitet auf Madagaskar intensiv daran, ein Netzwerk von Schutzgebieten aufzubauen. Für die Einwohner entwickelt die Umweltorganisation eine Reihe von alternativen und nachhaltigen Einkommensquellen, damit die Familien im Einklang mit ihrer Umwelt leben können.

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Kommentare (3)
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12.06.2011
Happyworld hat geschrieben:
Wälder zu zerstören bringt doch nichts.
Gut sie brauchen Holz aber da könnesn sie ja wirklich anderes nehmen als das aus den Nationalparks.
Hoffentlich bessert sich das irgendwann und die Menschen merken
das die Tiere da ziemlich drunter leiden.Wenn die so weitermachen wird es viele Tierarten bald schon nicht mehr geben.
12.06.2011
midori hat geschrieben:
Wahnsinn. Ich hätte nicht gedacht, dass Madagaskar so stark in Gefahr ist. Aber das klingt wirklich schrecklich :( Hoffentlich kann der WWF hier einiges erreichen, um diese einzigartige Flora und Fauna zu bewahren! Ich drück die Daumen! :)
11.06.2011
Leslie hat geschrieben:
es ist echt krass, dass in madagaskar so viel gerodet wird, obwohl man sich völlig im klaren ist über die artenvielfalt.. wirklich doof, dass es in madagaskar nicht wie in tasmanien gehandhabt wird, dort ist mehr als die hälfte der insel naturschutz gebiet...mein liebstes haustier, ein pantherchamäleon, kommt auch von der insel...und wenn ich dran denk ,dass es bald kaum noch wald und tiere dort gibt weil alles weggerodet wird, wirds mir ganz anders..

lässt sich sowas wie das alpen-camp nicht auch für madagaskar einrichten ? ;-)..
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