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© Alexei Ebel / WWF-Canon
2009: Die Gewinner und Verlierer


von Marcel
16.01.2010
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"Und, wie war dein Jahr so?" Die Natur würde wohl antworten: "Echt hart - aber ich hab' noch Hoffnung..." Die WWF-Experten ziehen Bilanz: Manche Tier- und Pflanzenarten konnten sich etwas erholen, aber vielen ging es auch an den Kragen.

Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer? Während sich die Lage von Tiger, Eisbär oder Nashorn in 2009 weiter verschlechtert hat, können Elbebiber, Luchs und Amur-Leopard etwas optimistischer in die Zukunft blicken. 2002 hatten sich zwar die Vereinten Nationen das Ziel vorgenommen, das Artensterben bis 2010 deutlich zu verringern - doch nun, ausgerechnet im "Jahr der Biodiversität", hält das Massenaussterben im Tier- und Pflanzenreich weiter an.

Das sind die Verlierer 2009:

altDer Tiger - Nach aktuellen WWF-Schätzungen leben weltweit nur noch rund 3.200 Tiger in freier Wildbahn. Der Südchinesische Tiger, von dem vor zehn Jahren noch bis zu dreißig existierten, könnte mittlerweile sogar ausgestorben sein. "Ursache für den dramatischen Bestandsrückgang beim Tiger ist neben dem Lebensraumverlust vor allem die Wilderei und der illegale Handel mit Knochen, Fell oder Zähnen", erklärt Volker, Leiter des Artenschutzteams beim WWF. Vor allem die Nachfrage nach verbotenen Tigerprodukten in der traditionellen Asiatischen Medizin sei für die Raubkatze überlebensbedrohend. "Wenn im Kampf gegen die Wilderei nicht ganz schnell ein Durchbruch gelingt, wird es den Tiger bald nur noch in Zoos geben", warnt Volker. Nach dem chinesischen Kalender beginnt am 14. Februar 2010 das "Jahr des Tigers". Aus diesem Anlass wird der WWF eine weltweite Schutzkampagne für die seltene Raubkatze starten - und natürlich wird auch die WWF Jugend hierzu aktiv werden.

altDie Amphibien - Nach WWF-Angaben war 2009 auch kein gutes Jahr für Frösche, Kröten und Lurche. Von den weltweit 6.285 erfassten Amphibienarten sind knapp 1.900 in die höchsten Bedrohungskategorien der Roten Liste eingestuft worden. Vor allem ein parasitärer Pilz macht zahlreichen Populationen in aller Welt zu schaffen. Aus diesem Grund hat es auch die berühmte, lebendgebärende Kihansi Spray Kröte erwischt. Die Tiere waren in den Kihansi Wasserfällen Tansanias zuhause. Rund 90 Prozent der ursprünglich 17.000 Exemplare fielen dem Bau eines Staudammes zum Opfer. Die übrig gebliebenen Individuen raffte die Pilz-Seuche dahin.

altDer Eisbär - Der Klimagipfel in Kopenhagen ist für den WWF mit einer herben Enttäuschung zu Ende gegangen. Das Abschlusspapier bezeichnen WWF-Experten als "halbgare Verpflichtung zu Nichts". Damit wird es auch für den Eisbären immer enger. Bereits 2009 war die Größe von acht Eisbär-Populationen rückläufig. Damit schrumpfen inzwischen zwei Drittel der wissenschaftlich untersuchten Bestände. "Hier beobachten wir einen beunruhigenden Abwärtstrend", sagt Artenschutzexperte Volker. Große Gebiete der Arktis könnten bis 2050 "Eisbärfreie Zonen" sein. Der menschenverursachte Klimawandel verändert das Ökosystem der Eisbären in einem dermaßen rasante Tempo, dass den Tieren nicht genügend Zeit bleibt, um sich anzupassen.

altDas Annamiten-Nashorn - Die vietnamesische Unterart des vom Aussterben bedrohten Javanashorns gehört zu den seltensten Säugetieren der Welt. Die letzten acht (!) Tiere sind akut durch neu entstehende Straßen nahe dem bekannten Cat Tien Nationalpark gefährdet. Durch den 2009 begonnen Bau geraten die letzten, isolierten Rückzugsgebiete in Gefahr. Der WWF befürchtet, dass die empfindsamen Tiere durch Lärmbelästigung, zunehmenden Verkehr und leichteren Zugang für Wilderer noch stärker bedroht werden.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Denn zum Glück haben nicht nur Wilderei, Klimawandel und Abholzung ihre Wirkung, sondern auch die vielen Schutzmaßnahmen. Naturschutz wirkt!

Dies sind die Gewinner 2009:

altDer Luchs - Inzwischen gelten die deutschen Luchs-Populationen im Bayerischen Wald und im Harz als relativ gesichert. Seit 2009 scheint außerdem nach über 100jähriger Abwesenheit auch die endgültige Rückkehr der Luchse in ihren alpinen Lebensraum möglich. Zu diesem Schluss kam eine Studie des WWF. Neben stabilen Populationen in den Schweizer Nordwestalpen und der Grenze zwischen Ostösterreich und Slowenien gibt es mögliche Vorkommen im Vorarlberg und Tirol. Der WWF erwartet, dass sich die Luchse weiter im Alpenraum ausbreiten - schließlich ist hier ein idealer Lebensraum für die scheuen Jäger. Auch eine Rückkehr der Tiere ins Allgäu ist möglich. Welcome back, Spitzohr!

altDer Amur-Leopard - Mit rund 35 Individuen in der Wildnis gilt der Amur-Leopard als eine der seltensten Großkatzen der Erde. Bei einer derart kleinen Population wiegt jeder Nachwuchs besonders schwer. Umso erfreulicher sind die Nachrichten, die den WWF 2009 aus seinem Schutzprojekt im russischen Fernen Osten erreichten: Ranger sichteten ein Leopardenweibchen mit drei Jungtieren im Schlepptau. Einer Schutzpatrouille, die die seltenen Amur-Leoparden vor Wilderern schützen soll, gelangen sogar spektakuläre Aufnahmen der scheuen Tiere. Die Fotos zeigen die junge Leoparden-Familie beim gemeinsamen Fressen in einem Steinbruch in der Region um Sukhanovka.

altDer Elbebiber - Gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt und dem Bundesamt für Naturschutz startete der WWF 2009 eines der größten Deichrückverlegungsprojekte in Europa. Die Maßnahme ist der vorläufige Höhepunkt zahlreicher Renaturierungs- und Schutzbemühungen an der Elbe. Wesentliches Ziel des Projekts ist der Schutz und die Wiederherstellung einer intakten, naturnahen und waldreichen Überflutungsaue. Während für die Anwohner der Region die Gefahr von Flutkatastrophen gemindert wird, profitiert der Elbebiber von einer Vergrößerung seines Lebensraums. Der Bestand dieser nur in Deutschland heimischen Unterart konnte dank intensiver Schutzbemühungen inzwischen stabilisiert werden. Aufgrund des Starts des Deichrückverlegungsprojektes ist der WWF zuversichtlich, dass es dem Elbebiber bald gut gehen wird.

Diese Erfolge konnte der WWF nur dank Spenden und Mitgliedsbeiträge erreichen. Dein Beitrag hilft der Natur. Wenn du noch kein Mitglied bist, überleg's dir - Wir freuen uns über jeden, der uns unterstützt.

Bilder:  Indischer Tiger © David Lawson / WWF-UK; Indischer Tiger © R. Isotti, A. Cambone / WWF-Canon; Punktierter Pfeilfrosch © Kevin Schafer / WWF-Canon; Eisbär © Steve Morello / WWF-Canon; Java Nashorn © Foead Yahya Sumiadi / WWF; Luchs © Ingo Fuhrmann / WWF; Amur-Leopard © David Lawson / WWF-UK; Elbe-Biber © Dr Peter Wernicke / WWF

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Kommentare (4)
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01.02.2010
wichtelhausbauerin hat geschrieben:
oh mein gott
19.01.2010
captainamerica hat geschrieben:
cooler und informatifer Bericht, am schlimmsten finde ich dass man mit dem Bau nur eines Staudamms fast eine ganze Rasse ausrotten kann
18.01.2010
Rattenbaby hat geschrieben:
die amphibien haben es besonders schwer. erstens eintressieren sich die menschen nicht für "ekelige, nutzlose, glitschige" kleintiere und zweitens machen die menschen den lebenraum son unbewusst kaputt.
da muss ich nur bein uns in den wald schauen. überall wo früher schöne kleine teiche waren sind jetzt ölverschmierte tümpel. da lebn kein tier mehr ffreiwillig drinn...

aber die anderen tiere haben es natürlich auch nicht leicht. leider -.-
17.01.2010
Makah hat geschrieben:
Ich hoffe, dass sich das Verhältnis von Verlierern zu Gewinnern bald zum positiven wendet und der Natur endlich die Möglichkeit gegeben wird, sich zu regenerieren!
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